Pilzvergiftungen mit möglichem tödlichen Ausgang
Lange Latenzzeit 4-24 h in einzelnen Fällen sogar Wochen:
Das Phalloides-Syndrom:
Pilzarten:
Grüner Knollenblätterpilz
Frühlings-Knollenblätterpilz
Kegelhütiger Knollenblätterpilz
Giftschirmlinge, Gifthäublinge
Giftstoffe:
Amatoxine (sehr gefährliche Lebergifte)
Symptome:
Bauchkrämpfe, Erbrechen, Durchfall, Schwindel, evtl. Kollaps, Leberschädigung (Gelbsucht)
Das Gyromitrin-Syndrom:
Pilzarten:
Frühjahrslorchel
Giftstoffe:
Gyromitrin
Symptome:
Leber- und Nierenschädigung, schwere Störungen des Zentralnervensystems
Das Orellanus-Syndrom:
Pilzarten:
Orangefuchsiger Rauhkopf
Spitzgebuckelter Rauhkopf
Giftstoffe:
Orellanine
Symptome:
Der Giftstoff kann bei einer Latenzzeit von bis zu zwei Wochen zu Nierenschäden mit gänzlichem Ausfall des Organs führen (Niereninsuffizienz).
Pilzvergiftungen, im Normalfall ohne tödl. Ausgang
Kurze Latenzzeit 0.5 – 4 h:
Das Gastrointestinale-Syndrom:
Pilzarten:
Riesenrötling
Tiger-Ritterling
Karbol-Champignon
Grünblättriger Schwefelkopf
Ziegelroter Schwefelkopf
Satans-Röhrling
Ölbaumpilz
Kahler Krempling
verschiedene Korallen
scharfe Täublinge
scharfe Milchlinge
Giftstoffe:
Noch vorwiegend unbekannt.
Symptome:
Starke Magen- Darm Reizungen
Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfälle
Das Muscarin-Syndrom:
Pilzarten:
Ziegelroter Risspilz
Kegeliger Risspilz
Weisser Feldtrichterling
Rinnigberiefter Trichterling
Giftstoffe:
Muskarin
Symptome:
Hitzegefühl, Schweissausbruch, Speichel- und Tränenfluss, Pupillenverengung sowie Brechdurchfälle
Das Ibotensäure-Syndrom:
Pilzarten:
Fliegenpilz
Königs-Fliegenpilz
Pantherpilz
Giftstoffe:
Ibotensäure, Muscimol, Muscazon
Symptome:
Rauschzustand, Gehstörungen, Bauchschmerzen, dann Erregungszustände des Zentralnervensystems mit Verwirrtheit, Muskelzuckungen, evtl. Tobsuchtsanfälle oder Halluzinationen, Pupillen weit.
Pilzvergiftungen, im Normalfall ohne tödl. Ausgang
Kurze Latenzzeit 0.5 – 4 h:
Das Psilocybin-Syndrom:
Pilzarten:
Spitzkegeliger Kahlkopf
Kubanischer Kahlkopf
Blauender Kahlkopf
Giftstoffe:
Psilocybin und Psilocin
Symptome:
Rauschzustände, Halluzinationen, Euphorie, Angstzustand, Gehirnstörungen, Blutdruckabfall; ähnliche Erscheinungen wie bei der Droge LSD.
Sofortmassnahmen bei Pilzvergiftungen
Arzt rufen! Schweizer Tox-Zentrum
Brechreiz induzieren: Finger in den Rachen halten oder warmes Salzwasser trinken (2 Teelöffel Salz auf ein Glas Wasser).
Abführmittel geben (z. B. Rizinusöl).Sicherstellen von Pilzresten (Abfallkübel, roh oder gekochte Pilzreste, Erbrochenes, eventuell Stuhl) zuhanden des Arztes oder eines entsprechend ausgebildeten amtlichen Pilzkontrolleurs.Arzt entscheidet, ob eine Spitaleinweisung notwendig ist.Ausfüllen des Fragebogens zu Pilzvergiftungen.

