Einführung in die Pilzkunde
Wald und Pilze und ihre ökologischen Zusammenhänge
Vorwort:
Anhand fossiler Funde weiss man heute, dass es Pilze schon vor etwa 350 Mio. Jahren gegeben hat.
Im Vergleich dazu wird das Auftreten des Menschen auf 300`000 Jahre
geschätzt.
Zur Zeit sind auf dieser Welt ca. 200`000 Pilze beschrieben.
Zu unseren Zwecken bedienen wir uns der Literatur von Meinhard Moser, in der etwa 17 Familien, 180 Gattungen und ca. 3000 Pilze beschrieben sind.
Wie Sie jetzt vielleicht gemerkt haben, ist es bei den Pilzen nicht möglich, wie in der Botanik, die Pilze anhand der Familien zu bestimmen.
Für unsere Bestimmungen benutzen wir ausschliesslich die Gattungen mit ihren Merkmalen.
Was ist ein Pilz?
Der Pilz ist weder eine Pflanze noch ein Tier, obwohl sein fester Bestandteil hauptsächlich aus Chitin (Insekten) besteht. Die Pilze, die wir in Wäldern und Wiesen finden, sind nur die Fruchtkörper eines höheren Pilzes im Boden.
Da der Pilz kein Blattgrün (Chlorophyll) besitzt, kann er die Energie (Glukose) nicht wie normale Pflanzen aus der Photosynthese gewinnen.
Diese Tatsache drängt die Frage auf, woher bezieht denn der Pilz die Energie.
Es gibt drei verschiedene Ernährungsweisen:
Parasiten (Schmarotzer)
Die Schmarotzer beziehen ihre Energie von lebenden Organismen, z. B. Bäumen (Hallimasch), oder Pflanzen und Stauden (Mehltau, Schorf), Mensch (Hautpilze) oder von anderen Pilzen, z. B. Schmarotzerröhrling.
Saprophyten (Fäulnisbewohner)
Diese Pilzarten beziehen ihre Nahrung hauptsächlich aus totem organischen Material, z. B. Laub, Umgefallene Bäume oder Humus und bauen zusammen mit Bakterien dieses Material vollständig ab.
Diese Pilze gehören zweifellos für den ökologischen Kreislauf zu den wichtigsten Organismen in der Natur.
Sympionten (Lebensgemeinschaften)
Diese Pilzarten werden auch Mykorrihzapilze genannt, weil sie in Symbiose mit den Pflanzen und Bäumen leben.
Das heisst, das Mycel (Pilzgeflecht) ist fest mit den Wurzeln ihres Partners verbunden. Die Pflanze oder der Baum bezieht vom Pilz Wasser und Mineralstoffe, dafür bekommt der Pilz Glukose (Zucker).
